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Wer
kennt sie nicht, und wer liebt sie nicht: Die "Peanuts" mit
den herrlich witzigen und altklugen Kindercharakteren des Comicautors
Charles M. Schulz (1922-2000). Dazu gehört Charlie Brown,
der als ewiger Loser zählt und von seinen Freunden Holzkopf genannt
wird. Sein Hobby ist Baseball spielen, weshalb er mit seinen Freunden
eine Mannschaft gegründet hat, die aber nie ein Spiel gewinnt. Er
ist der personifizierte Pessimist im bekannt gelben Pullover mit Zick-Zack-Muster
und gesenktem Kopf. Er versteht es, sich selbst die Laune zu vermiesen
und...er liebt das rothaarige Mädchen, dass er nie für sich
gewinnen wird.
Sally
Brown ist seine kleine Schwester. Sie liebt Linus und nennt ihn
liebevoll "Schatz", was Linus übrigens gar nicht gerne
hört. Gerne würde Sally mit Linus ins Kino gehen, was ihr jedoch
nie gelingt. Sie tratscht und tuschelt gerne mit Lucy und ist für
ihr Alter extrem vorlaut und altklug und - im Gegensatz zu Charly - hochintelligent.
Snoopy,
ein extravertierter Hund, ist Charlie's bester Freund. Aber nur, so Lucy,
weil er ihm täglich das Futter bringt. Und darauf freut sich Snoopy
immer besonders und zelebriert seine Mahlzeit besonders feierlich. Da
kann das Futter schon einmal durch den ganzen Raum fliegen. Ansonsten
sieht man ihn gewöhnlich auf seiner Hundehütte sitzen oder liegen
und in den Tag hinein träumen. Und dabei ist er ein wahrer Illusionist.
Er fühlt sich zu höherem berufen, muss aber immer wieder feststellen,
dass er eben doch nur ein Hund ist, der, wie soll es auch anders sein,
Katzen hasst, ihnen aber mit gehörigem Respekt begegnet. Ach ja,
und er verteilt gerne Hundeküsse...besonders an Lucy, für die
Hunde an der untersten Stelle der Hierarchie stehen.
Lucy
van Pelt ist Linus's Schwester. Sie verkörpert viele Eigenschaften
eines ungezogenen Kindes, ist herrschsüchtig, gemein und egoistisch,
dazu laut und besserwisserisch. Sie verteilt permanent Ratschläge,
auch wenn man sie gar nicht danach fragt. Im Stück
wird sie als Zicke beschimpft, worauf sie eine Umfrage startet, um "sich
selbst zu finden". Sie fühlt sich dazu berufen, Königin
zu sein. Doch Linus macht ihr sehr schnell klar, dass man nicht einfach
Königin werden kann, worauf sie sich entscheidet, reich zu werden
und ein Königreich zu kaufen, damit sie Königin wird. Einen
schwachen Punkt hat sie aber trotzdem: der musikbegabte Schroeder zieht
sie magisch an. Und eines hasst sie ganz besonders: Hundeküsse
Linus
van Pelt ist Lucy's Bruder. Er ist ein Philosoph der seine Freunde
ständig mit Ratschlägen verblüfft...vielleicht auch, weil
sie kein Mensch auf Anhieb versteht. Sein ständiger Begleiter ist
seine geliebte "Kuscheldecke". Lucy versucht ständig, ihm
die Kuscheldecke abzunehmen, was ihr aber nicht gelingt. Beim gewagten
Versuch, sich der Decke selbst zu entledigen, scheitert Linus jedoch,
und mit einem herzergreifenden Schrei beendet er die Trennung: "Neeeeiiiin!
Ich brauche die Kuscheldecke nicht, aber sie braucht mich!"
Schroeder
ist ein Klaviervirtuose der klassische Musik und insbesondere Beethoven
über alles liebt.
Er wird von Lucy geliebt, aber das interessiert ihn
nicht die Bohne. Und so sitzt er tagtäglich an seinem kleinen Flügel
und spielt, während Lucy versucht, auf sich aufmerksam zu machen
um immer wieder, genervt von allen Musikern, aufzugeben. Schroeder leitet
auch den "Peanuts-Chor", der aber, wie soll es wieder anders
sein, nicht ganz so diszipliniert läuft.
Die
Geschichte
Wer eine durchgängige
Handlung in diesem Stück von Clark Gesner erwartet, der kennt die
Peanuts schlecht. Das Stück besteht aus vielen aneinander gereihten
Geschichten eines Tages im Leben der Peanuts, ganz nach dem Prinzip der
Comicstrips. Die Szenen und Themen wechseln ständig und werden mit
stimmungsvoller Musik zu einem Ganzen zusammen gefügt. Und es gibt
eine Fülle von Themen: Charly's Liebe zu der kleinen rothaarigen,
Lucy's Liebe zu Schroeder, Linus' Liebe zur
Kuscheldecke, Snoopy's Träume von einem besseren Leben, Sally's Liebe
zu Linus, Schroeder's Liebe zu Beethoven aber auch ganz alltägliche
Dinge wie Drachenfliegen, Seilchen springen oder Baseball spielen. Na
ja, und natürlich die ständigen Selbstzweifel von Charly Brown,
der ja doch von allen geliebt wird..."wenn er nicht so Wischi-Waschi
wäre".
Und so vermittelt das Stück am Ende mit einem gemeinsamen Lied, dass
es die kleinen Dinge sind, die das Leben so versüßen. "Glück
ist alles, was man liebt!"
Meine
Meinung zum Stück
Wenngleich das Stück nicht mit einem roten Faden aufwarten kann,
da die Szenen lose aneinander gereiht sind und selten einen Bezug zueinander
haben und somit auch kein Spannungsbogen existiert, schafft das Brühler
Ensemble es dennoch, durch ihr komödiantisches und sängerisches
Talent einen kurzweiligen und lustigen Abend zu gestalten. Obwohl jeder
der Darsteller weit über dem kindlichen Alter ist, nimmt man ihnen
das infantile Spiel unbedingt ab. Das macht dieses Musical zu etwas ganz
besonderem. Von Nervosität war in dieser Première überhaupt
nichts zu spüren. Man hatte den Eindruck, als würde man eine
Horde Kinder auf die Bühne lassen, die sich dort austoben dürfen,
und das ohne Rücksicht auf die Erwachsenen im Saal, die sich köstlich
amüsierten. Das Stück hat ein gutes Tempo und wird, auch durch
die musikalische Begleitung von zwei Musikern am Keyboard, Joachim
M. Jezewski und Johannes Fischer, sehr stimmungsvoll untermalt.
Hin und wieder schaffen es die Darsteller nicht, gegen das laute Keyboard
anzusingen, auch bedingt durch fehlende Headsets oder Richtmikrofone,
was unweigerlich dazu führte, dass man kleinere Passagen nicht versteht
oder doch sehr angestrengt zuhören musste. Aber das war nicht die
Regel. Im ganzen war die Sprache und der Gesang sehr gut. Konsequent war
Regisseurin Martina Reichenberger in der Wahl des Bühnenbildes und
der Kostüme, die eins
zu eins aus dem Comic nachgebaut wurden.
Andreas Schlenger
war ein überzeugender und niedlicher Charly Brown. Zwar trifft er
gesanglich nicht immer jeden Ton, aber das passte auch irgendwie zur Rolle
und machte sie dadurch noch sympathischer. Er hat eine tolle Mimik und
spielt die Rolle sehr überzeugend.
Kalle Pchalek
erntet als Snoopy sehr viele Lacher, insbesondere mit seinem rockigen
Abendbrot-Song aber auch durch seine ständig wechselnde Mimik. Ein
wenig tut er einem auch leid in diesem
Plüsch-Kostüm unter den sicherlich sehr warmen Scheinwerfern.
Hannelore Zilken
als Lucy hat so richtig Spaß zickig zu sein und lebt ihre Rolle,
wie alle anderen, mit einer sichtbaren Freude. Herrlich, wie sie ihrer
Mutter verspricht, immer schön artig zu sein, um dann in der nächsten
Sekunde boshaft auf den Boden zu stampfen: "Lieber verreck ich!"
Uwe Kriebel
als Linus zeichnet wunderschön die Linus-typische Diskrepanz zwischen
dem kleinen, ängstlichen Jungen mit Schmusedecke und dem altklugen
Alleswisser nach.
André Bach
ist Schroeder, und den spielt er ebenso
überzeugend. Keine Miene verzieht er, wenn Lucy ihn zu verführen
versucht und lustig ist er, wenn er den beleidigten kleinen Jungen spielt.
Auch Inge Zettler
vermittelt den Eindruck, als wäre sie ewig Kind geblieben und strahlt
dabei über das ganze Gesicht. Witzig ist ihr Auftritt mit dem Springseil,
im dem sie sich völlig verheddert hat und einsieht, dass es gar keinen
Sinn macht.
Fazit:
Eine sehr erfrischende, bunte und lustige Inszenierung. Sehenswert!
Und darum:
 Weitere
Aufführungen:
11./17./18.
September 05
jeweils
um 20.00 Uhr
oben
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