| Wir
betreten das Kölner Schauspielhaus. Um uns herum Kinder, wohin man
blickt zappelige, nervöse, aufgedrehte, gespannte Kinder, die auf
das Sams warten. Und endlich öffnen sich die Türen zum Zuschauerraum.
Geordnetes Plätzesuchen und wieder warten. Der blaue Vorhang strahlt
uns freundlich entgegen, ebenso die blauen Punkte am linken und rechten
Rand der Bühne, die uns schon erahnen lassen, was es damit auf sich
hat. Über
der Bühne die noch nicht beleuchteten Wochentage Sonntag bis Freitag
und abgehoben in der Mitte SAMSTAG. Plötzlich knallen zwei Türen
und heraus treten ein Geiger und ein Pianist, die das Stück musikalisch
beginnen. Der Vorhang öffnet sich und wir sehen Herrn Taschenbier,
ein schüchterner, ängstlicher aber auch sehr freundlicher Mensch,
der Streit hasst. Der Geiger erklärt dem jungen Publikum, dass Herr
Taschenbier auf etwas wartet aber eigentlich nicht weiß, worauf
er wartet. Er stellt Taschenbier's Vermieterin, Frau Rotkohl, vor, und
er er erzählt, was es mit den Wochentagen auf sich hat:Am Sonntag
scheint die Sonne, am Montag kommt
Herr Mohn zu Besuch, am Mittwoch ist Mitte der Woche, am Donnerstag donnert
es, am Freitag bekommt Herr Taschenbier unerwartet von seinem Chef frei
und am Samstag?
Am Samstag, den 5. Mai, geht
Herr Taschenbier spazieren, weil Frau Rotkohl sein Zimmer putzen möchte
und ihn deshalb lautstark schimpfend aus dem Haus treibt. An der nächsten
Straßenecke sieht er einen Menschenauflauf. Viele Leute stehen um
etwas herum, das sehr ungewöhnlich aussieht. Es ist klein, hat feuerrote
Haare, eine kurze Rüsselnase, einen dicken Bauch, die Hände
und Arme eines Kindes, Füße wie ein Frosch, und es hat das
ganze Gesicht voller blauer Punkte. Plötzlich purzelt es hervor,
macht freche Gedichte und will niemandem sagen, wie es heißt. Herr
Taschenbier kommt aufgrund seiner erlebten Woche sehr schnell auf die
Antwort: Ein Sams! Daraufhin springt ihm das Sams in die Arme, bzw. an
das Bein, und nennt ihn von da an "Papa"
Herr Taschenbier nimmt das
Sams daraufhin mit nach Hause und schmuggelt es gekonnt in einem großen
Karton an Frau Rotkohl vorbei in sein Zimmer. Das Versteckspiel kann beginnen.
Frau Rotkohl, die äußerst neugierig ist und immer wissen will,
was Herr Taschenbier in seinem Zimmer so treibt, hält sich, nachdem
sie laute Stimmen aus dem Zimmer vernimmt, recht oft in der Nähe
der Zimmertür auf - Staub wischend. So begibt sie sich mit einer
Leiter auf den großen
Kleiderschrank vor dem Zimmer, um auch dort Staub zu wischen. In diesem
Moment wünscht sich Herr Taschenbier, dass Frau Rotkohl auf einem
Schrank sitze, von dem
sie nie wieder alleine herunter kommen kann, ohne zu wissen, dass Herr
Taschenbier damit den ersten Wunschpunkt im Sams-Gesicht verbraucht. Die
Leiter fällt, und der erste Wunsch ging in Erfüllung. Nach Hilfe
rufend eilt Herr Taschenbier herbei, und das Sams huscht schnell an ihr
vorbei. Doch Frau Rotkohl's Augen vergeht so etwas nicht und eilt den
beiden hinterher, die einen Ausflug machen wollen. Es geht in den Wald,
wo Herr Taschenbier sich des doch nervenaufreibenden Sams, dass nicht
nur seine Inneneinrichtung aufzufressen droht, sondern ihm auch zu laut
ist, entledigen will. Er lässt es dort alleine und zuhause zurück
gekehrt, bereut er auch schon seine Tat. Doch ganz plötzlich hebt
sich die Bettdecke, und das Sams fragt ihn verwirrt, wo er denn so lange
war. Am nächsten Tag geht es ins "Kaufhaus Kaufrausch",
um Kleidung für das Sams zu kaufen. Nach der Frage des Verkäufers,
ob das Sams ein Junge oder ein Mädchen ist, entgegnet es freudig
"Ich bin ein Sams". Und da der Kunde nach Aussage des Verkäufers
König ist, möchte es auch entsprechend angesprochen werden.
Die Anprobe verläuft ungewöhnlich mit der Frage, ob man in dem
Anzug einatmen dürfe. Nach dem Zuspruch des Verkäufers atmet
das Sams ein...und der Anzug platzt. Daraufhin erhält es einen ganz
besonderen Anzug - aus Gummi. Das Sams fühlt sich wohl und irgendwie
ruft jemand Feuer und das Chaos bricht aus.
Am Dienstag hat der Taschenbier
wieder Dienst, wo er zunächst ohne das Sams hingeht. Da er sich aber
nicht "gewünscht" hat, dass das Sams zuhause bleibt, sondern
ihm nur "befohlen"
hat, macht es sich auf den Weg, ihn im Büro zu besuchen. Dort stellt
sich heraus, dass Samse äußerst schnell rechnen können,
was dazu führt, dass Herr Taschenbier in Null-Komma-Nix die Arbeit
beendet und sein Chef ihm für die nächsten Tage frei gibt.
Herr Taschenbier wünscht
sich, dass das Sams wie alle anderen Kinder tagsüber in die Schule
ginge. "Das ist aber ein blöder Wunsch, Papa" antwortet
das Sams darauf und erntet Zustimmung aus dem Publikum. Da es aber ein
"Wunsch" ist, muss das Sams ihn auch erfüllen und findet
sich am nächsten Tag in einem Klassenzimmer wieder, wo es den Klassenlehrer
mit Wortspielen an der Nase herumführt, der daraufhin völlig
genervt die Klasse verlässt.
Am
nächsten Tag will Frau Rotkohl den Karton, unter dem Protest von
Herrn Taschenbier, aus dem Zimmer räumen. Dieser öffnet sich,
und Frau Rotkohl blickt schreiend in das Gesicht vom Sams, dass in das
Schreikonzert mit einstimmt. Es kommt, wie es kommen musste, Frau Rotkohl
duldet den Besuch nicht.
So langsam kommt Herr Taschenbier,
der im Verlaufe des ganzen Stückes Wünsche äußert,
darauf, was es mit den blauen Wunschpunkten auf sich hat. Zum Test wünscht
er sich einen Kaffee, dass Frau Rotkohl immer das Gegenteil sagt oder
dass ein Eisbär im Zimmer erscheint, was auch immer prompt in Erfüllung
geht. Der letzte Punkt, ein doppelter Punkt für besonders schwierige
Punkte, geht für eine "Wunschmaschine" drauf, die alle
Wünsche erfüllen kann. Dummerweise hat sie keinen Knopf zum
Einschalten. Das Sams muss wieder gehen, und so bleibt Herrn Taschenbier
nichts anderes übrig, als wieder auf das Sams zu warten, dass dann
mit neuen blauen Wunschpunkten erscheint. Wenn die Woche entsprechend
verläuft: Am Sonntag Sonne, am Dienstag Dienst, am Mittwoch "Mitte
der Woche" stimmen die Kinder ein.
Meine
Meinung zum Stück:
Eine perfekt inszenierte Vorstellung - anders kann man es nicht sagen.
Ein Stück mit viel Witz, Tempo, tollen Effekten und professionellen
Darstellern, die ihre Rollen leben. Allen voran das Sams, das sich mit
krächzender Stimme und frechen Aktionen in die Herzenbesonders der
kleinen Zuschauer spielte. Aber auch Herr Taschenbier spielte seine Rolle
so, wie man sich die Figur schon beim Lesen des Buches vorstellt und geht
gekonnt mit den Reaktionen der Kinder um, die hin und wieder ihre Meinung
lautstark kundtun und dem Sams auch mal nachsingen: "Frau Rosenkohl
ist innen hohl", worauf Herr Taschenbier sich dirigierend von der
Bühne entfernte. Sehr schön auch das Spiel des Erzählers,
der vorbildlich durch das Stück führte, die nächsten Szenen
spannend ankündigte und den Vorhang durch gekonntes Schnipsen öffnete.
Auch der Pianist wusste sein Klavier perfekt einzusetzen. So wurden nicht
nur die Tasten gespielt, sondern auch die Saiten gezupft oder kurz als
Schlagzeug benutzt.
Fazit:
Ein Kinderstück, in dem man mitsingen und viel lachen soll - so wie
man es sich wünscht.
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