Momo spielte Euro 4.700,-
für krebskranke Kinder ein!

Nach Abschluss
unserer neun Aufführungen konnten wir am 12.03.2007 einen Scheck an den Verein
"Hilfe für Tschernobyl-geschädigte Kinder e. V." überreichen. Das Geld wird
für den Kauf von Medikamenten sowie Ausstattung für die Leukämiestation
in Mogilev (Weißrussland) verwendet. In dieser Summe stecken etwas mehr als
700 Euro Spendengeld, das wir nach den jeweiligen Aufführungen von unseren
Zuschauern erhielten.
Das 30köpfige
Ensemble sagt allen Zuschauern und Spendern herzlichen
Dank!
Bericht
von Anette
Dewitz:
MOMO
die seltsame Geschichte von den Zeitdieben und dem Kind, das
den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte
Erftkultur, 2.12.2006, Erftstadt-Liblar
Regie: Ingo Brückner

Die Qualität eines Theaterstückes für
Kinder kann man am einfachsten an der Reaktion der Kinder während
der Vorstellung erkennen. Machen sie halblauten Unsinn oder rennen sie
lachend durch die Stuhlreihen, ist es entweder ein temperamentvolles
Mitmach-Kasperlespiel oder eine für sie zu langweilige Darbietung.
Sitzen sie dagegen eine Stunde lang mucksmäuschenstill und gebannt
auf den Plätzen, um den ersten Teil bis zur Pause zu sehen und
dann nochmal gute 40 Minuten ebenso ruhig und konzentriert im zweiten
Teil, kann man von einer sehr gelungenen Inszenierung sprechen. So
war es bei ‘Momo’. Ingo Brückner führte Regie
und schaffte es, sowohl vielen Grundschulkindern, als auch den anwesenden
Erwachsenen eine kurzweilige, ruhige und auch lustige Inszenierung
zu servieren, die gefühlt viel schneller vorbei war, als mit der
Uhr gemessen, und bei der das Bonbonpapiergeknister einiger Erwachsenen
lauter als die Geräusche der Kinder waren.
Schon die märchenhafte Musik zu Beginn und der eindrucksvolle Meister
Hora (Jochen Meyn), der in rot-goldenem Gewand auf die Bühne kam
und von den K indern
so ehrfurchtsvoll wie der Nikolaus angestarrt wurde, brachten die Zuschauer
in die richtige Stimmung. Meister Hora führte wie ein Märchenerzähler
durch die Geschichte und saß dabei neben der Bühne an einem
Tisch, der mit einem geheimnisvoll leuchtenen Globus geschmückt
war. Mit ausdrucksvoller Stimme und wohldosierten Pausen hielt er die
Aufmerksamkeit der Zuschauer. Von hinten war es nett anzusehen, wie beim
ersten Ton von ihm jedesmal alle Stupsnasen der ersten Kinderreihen synchron
zur Seite gedreht wurden und dort blieben, bis es auf der Bühne
mit der nächsten Szene weiterging.
Kurz zur Handlung der Geschichte: Die elternlose Momo taucht plötzlich
in einem ort auf und lebt allein in einem alten Amphitheater. Sie kann
durch ihr Zuhören und ihre ruhige Anwesenheit Streite schlichten
und versteht sich mit den Bewohnern des Ortes, vor allem aber mit den
Kindern sehr gut. Eines Tages kommen bedrohliche, graue Herren und überzeugen
die Bewohner vom ‘Zeit sparen’. Das Leben wird hektisch,
alle werden auf der Jagd nach eingesparter Zeit unglücklich und
unzufrieden. Nur Momo lässt sich von den grauen Herren nicht unter
Druck setzen und schafft es mit Hilfe von Meister Hora und der Schildkröte
Kassiopeia ein gutes Ende der Geschichte zu erreichen.
Jojo Düren stellte die Momo überzeugend sanft, zart und ruhig
dar. Sie wirkte wie ein Wesen aus einer anderen Welt, das still und meistens
zuhörend zwischen anderen Menschen lebte, und die Zuschauerkinder
liebten sie sofort. Bei aller Sanftheit war sie trotzdem stark und selbstbewußt
und schien ‘unverbiegbar’ zu sein, also eine Person, die
lächelnd ihr eigenes Leben lebte und sich nicht gewaltsam verändern
ließ.
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Auf
der Bühne wechselten die Personen und die Stimmungen, so dass
kein Moment von Langeweile auftauchen konnte. Polternd laute Szenen (Anne
Glasow, Thomas Dewitz, Silvia Andreotti), die die Kinder gebannt auf
die Bühne starren ließen, wechselten ab mit lustigen Szenen
(sehr bemerkenswert die witzige Frisur des wunderbar schrägen Friseurs
Simon Hellmich) und mit wirklich unheimlichen Momenten, wenn die grauen
Herren erschienen. Christian Parkow als grauer Herr hatte eine dumpfe,
rauchige Stimme und löste mit seinem kalten, gefährlichen Erscheinen
so viel Unbehagen aus, dass sich nicht nur die Kinder wohlig gruselten.
Dagegen
war Ingo Brückner als weiterer grauer Herr zwar
auch zunächst
eiskalt und gefährlich, zeigte dann aber bei einer Begegnung mit
Momo doch fast menschliche Gefühle und veränderte sich beeindruckend.
Fast schade, dass er dann eliminiert wurde, in diesem Fall hinter dem
Vorhang in einer Nebelwolke verschwand.
Über die Auftritte des einfachen, liebenswerten Beppo Straßenkehrer
(Heinz Forschbach) freuten sich die Zuschauer sehr, wenn er mit regelmäßigen,
lauten Besen- und Atemzügen quer über die Bühne kehrte
und seine Lebensregel “Schritt für Schritt” verkündete.
Mara Bäcker als emotionslose Puppe Bibigirl war klasse, wie sowieso
alle Kinder auf der Bühne (Anna Jaster, Tanja Bäcker, Manuel
Plewnia, Marvin Steinbach, Marcel Steinbach, Nick Steinbach) ungewöhnlich
gut waren und mehr als einmal mit einer plötzlichen Wendung von
heftigem, lautem Reden zu ganz leisen, zaghaften Tönen Gänsehaut
erzeugten.
Liebling der Kinder war die Schildkröte Kassiopeia, wunderbar gespielt
von Dorothee Markert. Sie sprach so langsam, dass es ein Glück war,
dass sie nur wenige, kurze Sätze hatte, die dazu auf das Wesentliche
reduziert waren. “Warum antwortest du nicht?” fragte Momo,
und die kauende Schildkröte hob langsam den Kopf und sagte bedächtig: “Ich - früh - stü - cke”,
was die Zuschauerkinder sofort zum Lachen brachte. Ebenso etwas später
ihre Antwort auf die drängende Frage: “Können wir nicht
ein wenig schneller gehen?” “Lei - der - nein”.
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Eine
sehr schönes Bild gab es, als Momo auf der Bühne mit
einer Feder spielte und dabei zeigte, dass sie unbeschwert und
leicht lebte und kindliche Freude an den wunderbaren, kleinen Sachen
hatte. Sanfte Musik unterstützte die Atmosphäre und selbst
die Erwachsenen guckten fasziniert zu, wie sie die schwebende Feder
auffing und immer wieder in die Luft warf. Dass der Fremdenführer
Gigi (Chris Steinbach) Mandoline spielen konnte und so eine ganz
eigentümliche, ruhige
Stimmung auslöste, als er eine kleine Melodie vor sich hin spielte,
war ebenfalls klasse. Melanie Schlick, als seine Managerin, fegte energisch über
die Bühne und spielte ihre kleine Rolle sehr fein aus.
Am Ende wurde es spannend wie in einem Krimi, die grauen Herren versuchten
Momo zu fangen und die Zuschauerkinder, die mit großen Augen zusahen,
lachten laut schallend los, als die bösen grauen Herren auf der
Bühne stolperten und stürzten, verstummten aber sofort erschreckt,
als einer von ihnen nach Momo griff. Aber natürlich konnte sie entkommen
und alles war gut. Mit der Unterstützung von Meister Hora, der sich
immer, wenn er in einer Szene mitspielte, von seinem Stuhl erhob und
auf die Bühne kam, als wäre er gerade mal im Nebenraum gewesen
und mit Hilfe der weisen, wenn auch gemächlichen Kassiopeia gab
es ein gutes Ende.
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Meister Hora kam zum Schlußwort an den Bühnenrand, während
hinter ihm die endlich wieder glücklichen Bewohner des Ortes in
der Bewegung einfroren und dann doch wieder die Zeit still stehen ließen,
und es gab dicken Applaus, der sofort mit v ielstimmigen,
lauten Zugabe-Rufe der vielen Zuschauerkinder verstärkt wurde. Aber
wenn so eine Geschichte zu Ende ist, kann man keine Zugabe spielen, darum
gab es stattdessen mehrere Aufgänge und Verbeugungen, die nebenbei
zeigten, dass die vielen Darsteller bei Momo die ganze Bühne belegen
konnten.
Ein sehr schön gemachtes, kurzweiliges, spannendes Bühnenstück,
das von gut gewählter Musik und passenden Geräuschen unterstützt
wurde, eine ganz eigene Atmosphäre hatte und die großen und
kleinen Zuschauer in seinen Bann zog. Klasse!
Eine wunderbare Aussage zur Qualität der Aufführung war die
bange Frage eines Grundschulkindes, das am Ende des ersten Teiles, als
das Licht im Saal anging, auf seine Mutter in den hinteren Reihen zustürzte
und besorgt rief: “Ist noch nicht zu Ende, oder??” Ihr: “Nein,
jetzt ist nur Pause!” löste ein strahlendes Lächeln
aus. Was will man mehr?
Damit es komplett ist:
Weitere graue Herren: Günter Sommer, Laurenz Stürmer
Eine Frau: Eveline Forschbach
Ein Mann: Elmar Jaster
Das schreibt die Presse
| Die
Spieler |
| Momo |
Jojo Düren |
3.
Grauer Herr |
Günter
Sommer |
| Gigi Fremdenführer |
Chris Steinbach |
4. Grauer Herr |
Laurenz Stürmer |
| Beppo Straßenkehrer |
Heinz Forschbach |
Maria, ein Kind |
Anna Jaster |
| Meister Hora |
Jochen Meyn |
Paolo, ein Kind |
Manuel Plewnia |
| Kassiopeia |
Dorothee Markert |
Francesca, ein
Kind |
Tanja Bäcker |
| Nicola, eine
Maurerin |
Anne Glasow |
Claudio, ein
Kind |
Marvin Steinbach |
| Polizistin |
Petra Steinbach |
Micha, ein Kind |
Marcel Steinbach |
| Nino, der Wirt |
Thomas Dewitz |
Tim, ein Kind |
Nick Steinbach |
| seine Frau, Liliana |
Silvia Andreotti |
Managerin |
Melanie Schlick |
| Fusi, der Friseur |
Simon Hellmich |
Bibigirl, die
Puppe |
Mara Bäcker |
| 1. Grauer Herr |
Christian Parkop |
ein Mann |
Elmar Jaster |
| 2. Grauer Herr |
Ingo Brückner |
eine Frau |
Eveline Forschbach |
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