Hochzeit in Schwarz

im Steigenberger Parkhotel in Düsseldorf


Theater der ganz anderen Art schauten wir uns in Düsseldorf an. Das Ensemble mit Firmensitz in Essen spielt überall in Deutschland auf Schlössern, in Hotels, Burgen etc., während der Zuschauer von exquisiter Küche bedient wird. Krimidinner verspricht einen "aufregenden Ausflug in die Krimizeit der 60er Jahre bei einem kulinarischen Kerzenlichtdinner für Erbberechtigte, Detektive, Edgar Wallace und mindestens einer Leiche"

Nicht ganz wissend, was uns da erwartet und voller Freude auf das leckere Essen betraten wir also das Foyer des Saales, in dem bereits andere Gäste warteten. Darunter ein paar Damen, die im Stil der 60er Jahre gekleidet waren. Auch uns bat man per Email um entsprechendes Outfit, aber nicht jeder hat so etwas im Schrank hängen, und wir waren dann ganz froh, dass andere Gäste auch normal festlich gekleidet waren. Punkt 7 Uhr öffnete sich eine Türe und ein etwas grimmiger und gebrechlich wirkender Butler bat uns darum, ihm zu folgen. Am Eingang des Saales begrüßte uns die "Gastgeberin" so herzlich, als würden wir uns kennen bzw. zur Familie gehören. Der Butler suchte dann unsere Namen auf der "Gästeliste" und verkündete lautstark unsere Ankunft. So wurde ich "Ingo zu Erftstadt mit seiner Geliebten von Brückner". Seine Ideen waren mitunter sehr lustig. Ein Mann kam sogar "mit seiner Frau und seiner Geliebten". Von einer Frauengruppe ließ er uns wissen, dass "sie alle im heiratsfähigen Alter sind!".
Das Eis war schnell gebrochen und man fühlte sich in der Tat irgendwie zugehörig. Wir waren also Gäste auf einer Hochzeit. Na, das kann ja heikel werden. Meine Frau befürchtete schon, dass sie irgendwann aufgefordert wird, mitzuspielen. Welchem Zuschauer ist das nicht unangenehm? Aber hier war alles anders. Vertraut eben. Und so kümmerte sich Lady Ashtonburry rührend um uns Gäste, ging von Tisch zu Tisch und fragte, ob alles in Ordnung sei.

Und dann ging es auch schon los. Die Hochzeit startet vor dem Altar als man feststellte, dass der Pfarrer noch gar nicht anwesend ist. Damit begann der Abend seinen ungewöhnlichen Lauf. Verraten möchte ich natürlich nichts, außer: Es gibt Tote!

Meine Meinung zum Stück:
Vier Stunden Programm hätten nicht schneller vorüber gehen können. Neben dem wirklich hervorragendem Essen mit reichlich Wein und aufmerksamen Kellnern bot das Ensemble zwischen den Gängen eine sehr überzeugende Vorstellung. Auffallend gut empfand ich die ausgeprägten Stimmen, denn obwohl der Saal ziemlich groß war, hat man alle Schauspieler sehr gut verstanden. Ihr Auftreten war faszinierend locker. Es wirkte überhaupt nichts gespielt, vielleicht auch deshalb, weil sie immer wieder improvisieren mussten, als sie Zuschauer ansprachen, die entsprechend reagierten. Und darin waren sie Meister, denn sie wussten immer, wie sie mit neuen Situationen umzugehen hatten. Einige Gäste wurden auch in das Stück, manche auch immer wieder, eingebaut, waren aber offensichtlich darauf vorbereitet. So wurde ein Herr zum "Ersatzpfarrer" während eine Frau als "Blumenmädchen" die Schleppe vom Hochzeitskleid tragen durfte. Und dann holte Lady Ashtonburry einen Zuschauer zum Altar, der sich spontan für den schönen Abend bedankte und sich freute, im "Kreise der Familie feiern zu dürfen". Was dann folgte, war für uns alle überraschend: Der junge Mann machte seiner Freundin im Saal einen echten Heiratsantrag. Passte ja gut in die Szene, war aber nicht gespielt sondern das wahre Leben. Dann spielte das Ensemble so weiter, als gehörte der Antrag irgendwie zum Stück, wünschte dem Paar alles Gute und kümmerten sich auch immer wieder mal um sie.

Nach allen Vorkommnissen der Hochzeitfeier, waren wir, die Gäste, gefragt, wer der Mörder ist und mussten unseren Verdacht, Tathergang und Strafmaß auf einen Zettel schreiben. Diese wurden dann aussortiert und der Gewinner gezogen. Einige Zettel wurden noch vorgelesen, weil sie ziemlich lustig waren. Außerdem wurde das schönste Kostüm unter den Gästen prämiert.

Fazit
Alles in allem ein toller Abend in ungezwungener Atmosphäre mit sehr guten Schauspielern und leckerem Essen. Ein spannendes und auch extrem lustiges Ereignis, das man im übrigen gut verschenken kann. Das beste am Preis: Keine zusätzlichen Kosten, da auch Getränke im Preis inbegriffen sind.

Ambiente
Kostüme
Schauspielerische Leistung
Humor
Spannung

 

 

 

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